Kopenhagen und der Weg zur klimaneutralen Stadt
Auf der einen Seite ist das Kopenhagen, wie man es kennt, wie man es auf Postkarten und Instagram sieht, mit seinem Wasser und der tollen Architektur. Auf der anderen Seite ist auch das Wasser, aber es wird durchragt von rauchenden Betonklötzen und Windrädern. Und in der Mitte steht ein Gebäude, das diese zwei Seiten in sich zu vereinen scheint.
CopenHill (auch Amager Bakke genannt) ist eine moderne Müllverbrennungsanlage in Kopenhagen, auf deren etwa 85 Meter hohem Dach sich eine künstliche, ganzjährig nutzbare Skipiste, ein Wanderweg sowie eine 85 Meter hohe Kletterwand befinden. Das futuristische Gebäude wurde vom Architekturbüro BIG (Bjarke Ingels Group) entworfen und verbindet Energiegewinnung mit einem städtischen Erholungsgebiet.
CopenHill steht auch im Zusammenhang mit Kopenhagens Klimastrategie. Mit der Klimaplan KBH2025 hatte sich die Stadt das Ziel gesetzt, bis 2025 CO₂-neutral zu werden. Die Emissionen konnten seit 2005 deutlich reduziert werden, das Ziel der vollständigen Klimaneutralität wurde jedoch nicht erreicht. Ein wichtiger Grund war, dass die geplante CO₂-Abscheidung an CopenHill nicht rechtzeitig umgesetzt und finanziert werden konnte. Auch im Verkehrssektor wurden die angestrebten Emissionsminderungen nicht vollständig erreicht.
Im September 2025 verabschiedete Kopenhagen deshalb eine neue Klimastrategie 2035. Sie ersetzt die bisherige Strategie und setzt neue Ziele: Bis 2035 soll Kopenhagen klimapositiv werden. Außerdem soll der globale Klima-Fußabdruck der Stadt, also auch Emissionen aus Konsum und importierten Produkten, deutlich reduziert werden.
Neben Energie und Verkehr berücksichtigt die neue Strategie deshalb auch Bereiche wie Konsum, Ernährung, Reisen, Bauen und die Beschaffung der Stadt.
Mit diesen Punkten setzt sich auch eine aktuelle Ausstellung im Dänischen Architektur Zentrum auseinander. In „So Danish“ spiegeln die 2020er demnach eine Ära wider, in der die Natur wieder zurückkommt. „We have a new awareness that architecture must be realized with utmost care for the earth’s resources and all human life.“