©Kalinka & Artir Shala

China, die VAE, die USA und viele weitere Länder investieren schon seit Jahren in Infrastruktur- und Bauprojekte auf dem Balkan. Häufig lösen diese Projekte Unverständnis in der lokalen Bevölkerung aus, die von diesen häufig kaum profitiert. Auch Bosnien und Herzegowina ist hier keine Ausnahme. Hier wird etwa der Pošćenje-Staudamm von chinesischen Investoren konstruiert - gravierende Folgen für Umwelt und Bevölkerung werden befürchtet. Zu den ausländischen Investitionen kommt noch die äußerst komplizierte politische Gemengenlage in Bosnien und Herzegowina hinzu, die aufgrund des Krieges in den 90er Jahren entstanden ist und oft von Korruption und ethnisch motiviertem Nationalismus geplagt wird. Deswegen wollen wir herausfinden, ob ausländische Investitionen in Megaprojekte wirklich zur Entwicklung des Wohlstands in Bosnien und Herzegowina beitragen und welche Rolle die verschiedenen politischen Lager in dem Land bei Entscheidungen über die Vergabe von Projekten spielen.

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2027 findet der Eurovision Song Contest erstmals in Bulgarien statt – ausgerichtet von einem Land, das wirtschaftlich zu den Schlusslichtern der EU zählt und dessen öffentlich rechtlicher Rundfunk sich in den vergangenen Jahren aus finanziellen Gründen zeitweise vom ESC zurückgezogen hat. Ich möchte zeigen, wie sich das Land auf das Mega Event vorbereitet, welche Rolle der öffentlich rechtliche Rundfunk dabei spielt und wie die Politik das Spektakel für ihr Narrativ von Modernisierung und Aufbruch nutzt. Vor Ort will ich mit Verantwortlichen aus Medien, Politik und Wirtschaft, aber auch mit Hoteliers, Kulturschaffenden und Fans sprechen. Mich interessiert, ob sich der kurzfristige Glitzer in langfristige Perspektiven übersetzen lässt – und ob sich der ESC für Bulgarien am Ende tatsächlich „rechnet“.

©Alexandra Unger

Rund ein Viertel Lettlands sind ethnische Russinnen und Russen – rund 400.000 Menschen. Während Lettinnen und Letten eine ‚fünfte Kolonne‘ des russischen Präsidenten Wladimir Putins fürchten, beklagen die Russinnen und Russen des Baltikumstaates Diskriminierungen und zunehmend härtere Sprachgesetze. Wo leben und arbeiten Lettinnen und Letten und lettische Russinnen und Russen trotzdem zusammen? Und wie lässt sich das Vertrauen der zwei Volksgruppen reparieren?

©Ana Navarro Bulló

Spanien gilt derzeit als Wirtschaftsmotor der EU. Mit einem BIP-Wachstum von 2,8 Prozent im Jahr 2025 liegt das Land im absoluten EU-Spitzenfeld. Ökonomen und Ökonominnen sehen dafür auch den liberalen Migrationskurs unter der Regierung Sánchez als verantwortlich an. Sie setzt 2026 auf Massenlegalisierungen: Hunderttausende Migrantinnen und Migranten ohne Papiere erhalten die Möglichkeit, ihren Aufenthaltsstatus zu legalisieren. Die spanische Regierung erhofft sich dadurch eine Senkung des Arbeitskräftemangels, besonders in Sektoren wie der Landwirtschaft, dem Bauwesen und dem Tourismus, sowie eine langfristige Stabilisierung der Rentenkassen. Während andere EU-Staaten die Grenzen dichter machen, geht Spanien einen anderen Weg. Diese Radioreportage schaut sich die Fragen an: Führt Spaniens offener Migrationskurs zu einem stabilen Wirtschaftswachstum? Und könnte das Land hier als Vorbild für andere EU-Länder gelten?

©Hannah Fasching

Europa verliert seine innovativsten Startups nach wie vor an die USA. Ein Grund dafür ist, dass der Markt in 27 unterschiedliche und oft starre Gesellschaftsrechte zersplittert ist. Wie eine völlig bürokratiefreie, grenzüberschreitende Gründung in der Praxis aussehen kann, zeigt Estland bereits mit seinem erfolgreichen e-Residency-Programm, das physische Grenzen für den globalen Marktzugang überwindet. Um diese unternehmerische Freiheit auf den gesamten Kontinent auszuweiten und den Frust der Gründerinnen und Gründer zu lindern, plant Brüssel nun mit der „EU Inc.“ ein einheitliches 28. Regime. Dies kollidiert jedoch mit den Interessen von Gewerkschaften und der traditionellen Wirtschaft. Letztlich stellt sich die entscheidende Frage, die mit einer Reise nach Estland beantwortet werden soll: Lässt sich der estnische Sonderweg auf die gesamte EU übertragen, oder scheitert die Vision an bürokratischen Hürden. 

©Maik Prößler

Der Kampf um Montenegro – Warum die Serbisch-Orthodoxe-Kirche den EU-Beitritt hemmt

Der Westbalkanstaat Montenegro gilt mit seinen 600.000 Einwohnerinnen und Einwohner als aussichtsreichster EU-Kandidat. Seit 16 Jahren versucht das Land Mitglied der europäischen Union zu werden. Ein vehementer und einflussreicher Gegner des EU-Beitrittes ist jedoch die serbisch-orthodoxe-Kirche im Land. Warum die Institution dagegen ist und was der Kreml sowie Belgrad damit zu tun haben, versuche ich durch eurotours im Herbst in der Hauptstadt Podgorica herauszufinden.

©Zoe Opratko

Portugal: Das Land für die Laptop-Elite

Portugal hat sich in wenigen Jahren zum Sehnsuchtsort der globalen Remote-Arbeit entwickelt. In Lissabon sitzen amerikanische Start-up-Gründerinnen und -Gründern neben Designerinnen und Designern aus Berlin sowie Tech-Arbeiterinnen und Tech-Arbeitern aus London in Coworking-Spaces mit Meerblick. Mit speziellen Visa, Steueranreizen und internationalem Marketing wirbt das Land gezielt um sogenannte Digital Nomads – gut ausgebildete Menschen, die ortsunabhängig arbeiten und ihr Gehalt oft aus wohlhabenderen Ländern beziehen. Die Hoffnung dahinter: mehr Innovation, internationale Netzwerke und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. Doch während Cafés, Co-Living-Spaces und internationale Communities boomen, steigen für viele Portugiesinnen und Portugiesen die Mieten drastisch an. In Städten wie Lissabon und Porto wächst deshalb der Widerstand gegen eine Entwicklung, die manche als moderne Form der Gentrifizierung sehen. Wer profitiert wirklich von der neuen mobilen Arbeitswelt? Und kann ein Land langfristig wettbewerbsfähig sein, wenn sich die eigene junge Generation das Leben dort kaum noch leisten kann?

Immer mehr Frauen reisen für das Einfrieren ihrer Eizellen nach Tschechien. Dort ist Social Freezing – das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen, um sie für einen späteren Zeitpunkt aufzubewahren – rechtlich einfacher zugänglich und oft deutlich günstiger als in Österreich. Meine Recherche zeigt, wie sich Tschechien zu einem Zentrum der Reproduktionsmedizin entwickelt hat und was dieser grenzüberschreitende Wettbewerb über den europäischen Binnenmarkt verrät.

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In Duisburg in Nordrhein-Westfalen steht ein Kohlekraftwerk. Doch bis spätestens 2038 muss es stillgelegt sein. Deshalb gilt der Bezirk Duisburg-Walsum, in dem das Kraftwerk steht, laut dem Wirtschaftsinstitut IW Köln als der am stärksten von Strukturwandel betroffene Bezirk Deutschlands, um die Transformation in Richtung Klimaneutralität zu schaffen und Arbeitsplätze zu erhalten, werden hier besonders viele Investitionen nötig sein. Ich möchte mir ansehen, ob und wie der Strukturwandel gelingen kann und wie ein Ort, dessen Geschichte so stark von Kohle-Abbau und Verfeuerung geprägt ist, in eine kohlefreie Zukunft blickt.

©privat

Die Energiewende wird häufig auf Klimaschutz reduziert. Dabei sichert sie ebenso Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit. Ein europäischer Innovationsführer auf diesem Feld sind die Niederlande, wo neue Klimatechnologien bereits in den Startlöchern stehen - etwa im Hafen von Rotterdam, wo Millionen Tonnen CO2 unter der Nordsee gespeichert werden sollen. Doch diese Technologien sind umstritten: Auch Klimaschützern protestieren.

©Jeff Mangione

Europa steht vor der Herausforderung, seine Wettbewerbsfähigkeit in einer sich wandelnden Welt zu sichern und gleichzeitig auf die Klimakrise zu reagieren. Während manche den ökologischen Umbau als wirtschaftliche Belastung sehen, zeugen skandinavische Länder wie Dänemark, Schweden oder Finnland, dass Investitionen in erneuerbare Energien, nachhaltige Innovationen und klimafreundliche Industrie neue wirtschaftliche Chancen eröffnen können. Klimaschutz könnte damit nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch ein entscheidender Standortvorteil werden.

Doch unter welchen Bedingungen gelingt diese Transformation? Welche Rolle spielen öffentliche Investitionen, Bildung und Forschung, und wo entstehen Konflikte zwischen wirtschaftlichem Wachstum, sozialen Interessen und Klimazielen? Im Rahmen meiner Recherche möchte ich all diesen Fragen nachgehen

Kann Athen seine junge Generation zurückgewinnen?

Junge Erwachsene in Griechenland sind mit den Folgen der Finanzkrise, jahrelanger Sparpolitik, der Pandemie und zuletzt steigenden Lebenshaltungskosten ins Berufsleben gestartet. Heute präsentiert sich Athen als Stadt im Aufbruch: Internationale Unternehmen investieren, die Start-up-Szene wächst und immer mehr Rückkehrer:innen wagen den Neuanfang. Gleichzeitig verlassen weiterhin viele junge Menschen das Land, während diejenigen, die geblieben sind, mit hohen Mieten, niedrigen Löhnen und unsicheren Zukunftsaussichten kämpfen. Ob der Aufschwung mehr ist als wirtschaftliche Kennzahlen, entscheidet sich vor allem in der Entwicklung der jungen Generation. Ich reise nach Athen, um mit den Menschen zu sprechen, die diesen Wandel erleben und mitgestalten. Ihre Geschichten sollen zeigen, ob Athen jungen Menschen wieder Perspektiven bietet – oder ob der Weg in die Zukunft für viele noch immer ins Ausland führt.

©privat

Malta ist der kleinste Mitgliedsstaat der EU, und einer der reichsten. Aber wie nachhaltig trägt das finanzielle Modell der Mittelmeerinsel zum Wohlstand Europas bei? Denn Malta ist einer der undurchsichtigsten Wirtschaftsstandorte der EU, iGaming-Konzerne, Krypto-Plattformen und Fintech-Startups haben sich hier reihenweise angesiedelt. Das System sorgt politisch immer wieder für Spannungen mit Brüssel. Am Beispiel Maltas zeigt sich, was passiert, wenn einzelne Mitgliedsstaaten eigene Wege gehen, EU-Regeln neu interpretieren oder missachten und was das für die Wettbewerbsfähigkeit innerhalb Europas bedeutet.

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Ohne Seltene Erden gibt es keine Windräder, keine Elektromotoren und keine Energiewende, doch über 90 Prozent davon bezieht Europa aus China. In der schwedischen Mine von Kiruna liegt mit der größten bekannten Lagerstätte des Kontinents die Chance, diese Abhängigkeit zu durchbrechen. Für eurotours reise ich nach Schweden, um herauszufinden, ob Europas Plan für eine eigene Rohstoffversorgung aufgeht und wie diese umweltverträglich gestaltet werden kann.

©Eric Moner Gómez

Gender Bias, sexistische Stereotype und diskriminierende Algorithmen: Künstliche Intelligenz kann bestehende gesellschaftliche Vorurteile verstärken. Doch wie kann Europa im globalen KI-Wettbewerb mithalten und gleichzeitig demokratische Grundwerte und insbesondere Frauenrechte schützen? In Brüssel, dem politischen Zentrum Europas, befinden sich mit dem European AI Office und Unia, Belgiens unabhängiger Gleichbehandlungsstelle, zentrale Akteure, die den europäischen Umgang mit KI und die Umsetzung des AI Acts mitgestalten. Kann Europa mit menschenrechtskonformer KI einen eigenen Weg einschlagen? Und wie lässt sich verhindern, dass Algorithmen Frauen und andere von Diskriminierung betroffene Gruppen benachteiligen?

©Philipp Mühlegger

Seit seiner Einführung 1999 hat sich der Euro in mittlerweile 21 von 27 EU-Ländern durchgesetzt. Nach einem anfänglichen Run auf die neue Währung, war Kroatien 2023 eines von nur zwei Ländern, die in den letzten zehn Jahren auf den Euro umgestiegen sind. Und dort hatte die Euro-Einführung zuletzt für Kritik gesorgt, mitunter wegen einer damit wahrgenommenen Verteuerung vieler Waren. Befürworterinnen und Befürworter erhoffen sich dagegen einen Wirtschaftsaufschwung. Wie hat sich die Euro-Einführung auf Kroatien ausgewirkt? Und was bedeutet das für Europas Wirtschaft? Dazu werde ich einen Lokalaugenschein vor Ort in touristisch frequentierten Gegenden machen und Betroffene, Ökonominnen und Ökonomen als auch Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger dazu interviewen.

©Zoe Opratko

Rumänien ist einer der größten „Aufsteiger“ in der Klimabilanz des CCPI-Berichts 2026. Das Land ist in der Tabelle um ganze 16 Plätze auf Rang 16 geklettert – der stärkste Aufstieg eines europäischen Landes in diesem Jahr – und gehört damit heuer zu den EU-Ländern, die es ins Top-Ranking geschafft haben. Österreich steigt währenddessen um ganze 12 Plätze im Ranking ab, unter anderem aufgrund seiner niedrigen Performance in den Bereichen Treibhausgasemissionen und Klimapolitik. Hinter dem überraschend hohen Ranking des Rumäniens sehen Expert:innen unter anderem ambitionierte Pläne zum Ausbau erneuerbarer Energien, die nicht nur die Klimabilanz verbessern, sondern auch Rumäniens stagnierende Wirtschaft ankurbeln sollen. Doch handelt es sich bei diesem Erfolg lediglich um eine Momentaufnahme oder um ein Vorzeigemodell für andere europäische Länder, das zeigt, wie Wettbewerbsfähigkeit in den Bereichen Klima und Wirtschaft erfolgreich miteinander verbunden werden kann?

©privat

Kann Europa im globalen Wettbewerb bestehen, wenn es die Hälfte seines Talentpools nicht ausschöpft? Während Fachkräfte für KI, Digitalisierung und die Energiewende vielerorts fehlen, sind Frauen in Technologie- und Ingenieurberufen weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Die Recherche führt nach Dänemark, wo Hochschulen, Initiativen und Unternehmen neue Wege suchen, mehr Frauen für technische Zukunftsberufe zu gewinnen: nicht nur aus Gründen der Gleichstellung, sondern auch als Antwort auf Fachkräftemangel und im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit.

©Natalie Paloma

Litauen zählt zu den spannendsten Wirtschaftslaboren Europas. Zwischen Hightech, FinTech und geopolitischen Herausforderungen stellt sich die Frage: Wie gelingt es einem kleinen Staat, sich im globalen Wettbewerb neu zu erfinden? Für „eurotours 2026“ gehe ich dieser Entwicklung vor Ort nach und suche nach Antworten, von denen auch Österreich lernen kann.

©Hannah Fasching

Kann aus einem Kohleland ein Wasserstoffpartner werden? In Serbien entsteht gerade das erste grüne Wasserstoffprojekt des Landes – und mit ihm die Frage, ob aus einem Beitrittskandidaten ein Energiepartner wird. Eine Spurensuche an den Grenzen der europäischen Energiewende.

©Patrick Steiner

Denkt man an Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunft des Wohlstands, stellt sich meist die Frage, wie Regionen produktiver, innovativer oder attraktiver werden können. Doch Europas Wohlstand entscheidet sich nicht nur daran, wohin Talente gehen, sondern auch daran, wo sie fehlen. So würden etwa mehr als 60 Prozent junger SerbInnen auswandern, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Was passiert also mit jenen Orten, die junge Menschen — die Arbeitskräfte der Zukunft — verlassen? Und wieso können sie nicht bleiben?

©privat

Rennradfahren erlebt seit Jahren einen starken Boom, nicht nur in Österreich. Die Tour de France profitiert von diesem Trend und ist zugleich weit mehr als ein Sportereignis: Städte und Regionen investieren hohe Summen, um Austragungsort einer Etappe zu werden und sich im Wettbewerb um Tourismus und internationale Aufmerksamkeit zu positionieren. Vor Ort in Frankreich möchte ich der Frage nachgehen, ob sich diese Investitionen tatsächlich rechnen und welche Rolle österreichische Fahrer bei der größten Rundfahrt der Welt spielen.

Und warum ist ausgerechnet die Tour de France zum größten Radrennen der Welt geworden, obwohl es sportlich vergleichbare Rundfahrten gibt?

©privat

Frankreich gehört zu den attraktivsten Wirtschafts- und Tourismusstandorten Europas – doch der Boom französischer Städte hat seinen Preis. Durch steigende Mieten, Gentrifizierung und dadurch die Verdrängung einkommensschwächerer Bevölkerungsgruppen stellt sich die Frage, wie lebenswert und zugleich wettbewerbsfähig französische Metropolen langfristig bleiben können. Die Reportage zeigt am Beispiel Frankreichs, wie wirtschaftlicher Aufschwung, Tourismus und Stadtentwicklung das Leben der Menschen verändern und welche Lösungsansätze es gibt, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern.

©Martina Berger Kurier

Über 12.000 Menschen sind derzeit ohne festen Wohnsitz in Dublin. Obdachlosigkeit prägt das Stadtbild. Durch hohe Preise und ohnehin knappen Wohnraum spitzt sich die Wohnraumfrage seit Jahren nur weiter drastisch zu. Dabei zählt Irland nominell laut Schätzungen des IWS zu den reichsten Ländern Europas und sogar der ganzen Welt – und dennoch sind die Lebenserhaltungskosten für viele speziell in der Hauptstadt überdurchschnittlich hoch. Von Dublins bis zum Regierungsviertel: Wie wird die Housing Crisis erlebt? Welche Lösungsansätze gibt es? Spielt öffentliche Daseinsvorsorge, wie etwa in Wien, überhaupt eine Rolle in der Wohnungskrise Irlands?

©Zoe Opratko

Die süditalienische Hafenstadt Taranto steht wie kaum eine andere Stadt Europas für die Schattenseiten industriellen Wohlstands. Das Stahlwerk ILVA sicherte über Jahrzehnte Arbeitsplätze und prägte die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Gleichzeitig hinterließ es Spuren in der Umwelt und in den Biografien der Menschen. Junge Bewohnerinnen und Bewohner wachsen in einem Umfeld auf, das von hohen Krebsraten, Asthmaerkrankungen und Zukunftsängsten geprägt ist. Gleichzeitig kämpft die heutige Generation für Gerechtigkeit und neue Perspektiven. Während Europa seine Industrie stärken und die grüne Transformation vorantreiben will, stellt sich also eine zentrale Frage: Wie gelingt der Wandel in Orten wie Taranto, die den Preis für Europas wirtschaftlichen Erfolg bezahlt haben?

©Wimmer

Hallstatt ist weltweit bekannt - und steht wie kaum ein anderer Ort für die Chancen und Herausforderungen des internationalen Tourismus. Die Region profitiert von ihrer Bekanntheit, zugleich beschäftigen Themen wie Tourismusdruck, Wohnraummangel und Fachkräftemangel das gesamte Salzkammergut. Im Rahmen von #eurotours2026 gehe ich in Dänemark der Frage nach, wie andere europäische Regionen mit ähnlichen Herausforderungen umgehen. Besonders spannend: Mit Randers in der Region Aarhus verbindet Hallstatt eine außergewöhnliche Geschichte - beide Orte wurden bzw. werden aktuell in China nachgebaut. Welche Strategien helfen, wirtschaftlichen Erfolg, Lebensqualität und regionale Identität langfristig in Einklang zu bringen?

©Philipp Wohltmann

Katharina ging es gut in Österreich. Ein guter Job an der Uni, gute Freunde, gutes Leben - und trotzdem: 2022 zieht es sie wieder zurück in ihre Heimat, nach Nordmazedonien. Mit einem Freund eröffnet sie einen kleinen Verlag und schließlich auch einen Buchladen im Herzen der Hauptstadt Skopje. Gemeinsam übersetzen sie Hannah Arendt, finanzieren Forschung zur antifaschistischen Frauenbewegung während des Zweiten Weltkriegs und veranstalten Lesungen und Buchclubs. Welche wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Veränderungen bringen sie und andere Rückkehrerinnen und Rückkehrer in ihre Heimaten mit?

©Julia Reiter

Tampere, ausgezeichnet als European Capital of Smart Tourism 2026, gilt als Vorzeigestadt für die Verbindung von digitaler Innovation, nachhaltigem Tourismus und hoher Lebensqualität. Mit Projekten wie datenbasierter Besucherlenkung oder digitalen Services im öffentlichen Raum erprobt die Stadt konkrete Lösungen für die Herausforderungen europäischer Städte. Gleichzeitig verfolgt Tampere ambitionierte Klimaziele: Bis 2030 soll die Stadt klimaneutral werden – mit einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um 80 % gegenüber 1990 und der Kompensation der restlichen Emissionen. Finnland zählt zudem seit Jahren zu den innovativsten und digital fortschrittlichsten Ländern Europas. Meine Recherche vor Ort untersucht, wie sich dieser Anspruch im Alltag zeigt – im Gespräch mit Politikerinnen und Politikern, mit Forschenden, Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Bürgerinnen und Bürgern und Besucherinnen und Besuchern.