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2027 findet der Eurovision Song Contest erstmals in Bulgarien statt – ausgerichtet von einem Land, das wirtschaftlich zu den Schlusslichtern der EU zählt und dessen öffentlich rechtlicher Rundfunk sich in den vergangenen Jahren aus finanziellen Gründen zeitweise vom ESC zurückgezogen hat. Ich möchte zeigen, wie sich das Land auf das Mega Event vorbereitet, welche Rolle der öffentlich rechtliche Rundfunk dabei spielt und wie die Politik das Spektakel für ihr Narrativ von Modernisierung und Aufbruch nutzt. Vor Ort will ich mit Verantwortlichen aus Medien, Politik und Wirtschaft, aber auch mit Hoteliers, Kulturschaffenden und Fans sprechen. Mich interessiert, ob sich der kurzfristige Glitzer in langfristige Perspektiven übersetzen lässt – und ob sich der ESC für Bulgarien am Ende tatsächlich „rechnet“.
©Alexandra Unger
Rund ein Viertel Lettlands sind ethnische Russinnen und Russen – rund 400.000 Menschen. Während Lettinnen und Letten eine ‚fünfte Kolonne‘ des russischen Präsidenten Wladimir Putins fürchten, beklagen die Russinnen und Russen des Baltikumstaates Diskriminierungen und zunehmend härtere Sprachgesetze. Wo leben und arbeiten Lettinnen und Letten und lettische Russinnen und Russen trotzdem zusammen? Und wie lässt sich das Vertrauen der zwei Volksgruppen reparieren?
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Spanien gilt derzeit als Wirtschaftsmotor der EU. Mit einem BIP-Wachstum von 2,8 Prozent im Jahr 2025 liegt das Land im absoluten EU-Spitzenfeld. Ökonomen und Ökonominnen sehen dafür auch den liberalen Migrationskurs unter der Regierung Sánchez als verantwortlich an. Sie setzt 2026 auf Massenlegalisierungen: Hunderttausende Migrantinnen und Migranten ohne Papiere erhalten die Möglichkeit, ihren Aufenthaltsstatus zu legalisieren. Die spanische Regierung erhofft sich dadurch eine Senkung des Arbeitskräftemangels, besonders in Sektoren wie der Landwirtschaft, dem Bauwesen und dem Tourismus, sowie eine langfristige Stabilisierung der Rentenkassen. Während andere EU-Staaten die Grenzen dichter machen, geht Spanien einen anderen Weg. Diese Radioreportage schaut sich die Fragen an: Führt Spaniens offener Migrationskurs zu einem stabilen Wirtschaftswachstum? Und könnte das Land hier als Vorbild für andere EU-Länder gelten?
©Hannah Fasching
Europa verliert seine innovativsten Startups nach wie vor an die USA. Ein Grund dafür ist, dass der Markt in 27 unterschiedliche und oft starre Gesellschaftsrechte zersplittert ist. Wie eine völlig bürokratiefreie, grenzüberschreitende Gründung in der Praxis aussehen kann, zeigt Estland bereits mit seinem erfolgreichen e-Residency-Programm, das physische Grenzen für den globalen Marktzugang überwindet. Um diese unternehmerische Freiheit auf den gesamten Kontinent auszuweiten und den Frust der Gründerinnen und Gründer zu lindern, plant Brüssel nun mit der „EU Inc.“ ein einheitliches 28. Regime. Dies kollidiert jedoch mit den Interessen von Gewerkschaften und der traditionellen Wirtschaft. Letztlich stellt sich die entscheidende Frage, die mit einer Reise nach Estland beantwortet werden soll: Lässt sich der estnische Sonderweg auf die gesamte EU übertragen, oder scheitert die Vision an bürokratischen Hürden.
©Maik Prößler
Der Kampf um Montenegro – Warum die Serbisch-Orthodoxe-Kirche den EU-Beitritt hemmt
Der Westbalkanstaat Montenegro gilt mit seinen 600.000 Einwohnerinnen und Einwohner als aussichtsreichster EU-Kandidat. Seit 16 Jahren versucht das Land Mitglied der europäischen Union zu werden. Ein vehementer und einflussreicher Gegner des EU-Beitrittes ist jedoch die serbisch-orthodoxe-Kirche im Land. Warum die Institution dagegen ist und was der Kreml sowie Belgrad damit zu tun haben, versuche ich durch eurotours im Herbst in der Hauptstadt Podgorica herauszufinden.
©Zoe Opratko
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Seit seiner Einführung 1999 hat sich der Euro in mittlerweile 21 von 27 EU-Ländern durchgesetzt. Nach einem anfänglichen Run auf die neue Währung, war Kroatien 2023 eines von nur zwei Ländern, die in den letzten zehn Jahren auf den Euro umgestiegen sind. Und dort hatte die Euro-Einführung zuletzt für Kritik gesorgt, mitunter wegen einer damit wahrgenommenen Verteuerung vieler Waren. Befürworterinnen und Befürworter erhoffen sich dagegen einen Wirtschaftsaufschwung. Wie hat sich die Euro-Einführung auf Kroatien ausgewirkt? Und was bedeutet das für Europas Wirtschaft? Dazu werde ich einen Lokalaugenschein vor Ort in touristisch frequentierten Gegenden machen und Betroffene, Ökonominnen und Ökonomen als auch Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger dazu interviewen.
©Zoe Opratko
Rumänien ist einer der größten „Aufsteiger“ in der Klimabilanz des CCPI-Berichts 2026. Das Land ist in der Tabelle um ganze 16 Plätze auf Rang 16 geklettert – der stärkste Aufstieg eines europäischen Landes in diesem Jahr – und gehört damit heuer zu den EU-Ländern, die es ins Top-Ranking geschafft haben. Österreich steigt währenddessen um ganze 12 Plätze im Ranking ab, unter anderem aufgrund seiner niedrigen Performance in den Bereichen Treibhausgasemissionen und Klimapolitik. Zwei Bereiche, in denen sich Rumänien unter anderem von seiner „Konkurrenz“ abheben konnte. Hinter dem überraschend hohen Ranking des Landes sehen Expert:innen unter anderem ambitionierte Pläne zum Ausbau erneuerbarer Energien, die nicht nur die Klimabilanz verbessern, sondern auch Rumäniens stagnierende Wirtschaft ankurbeln sollen. Doch handelt es sich bei diesem Erfolg lediglich um eine Momentaufnahme oder um ein Vorzeigemodell für andere europäische Länder, das zeigt, wie Wettbewerbsfähigkeit in den Bereichen Klima und Wirtschaft erfolgreich miteinander verbunden werden kann?
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Kann aus einem Kohleland ein Wasserstoffpartner werden? In Serbien entsteht gerade das erste grüne Wasserstoffprojekt des Landes – und mit ihm die Frage, ob aus einem Beitrittskandidaten ein Energiepartner wird. Eine Spurensuche an den Grenzen der europäischen Energiewende.
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Über 12.000 Menschen sind derzeit ohne festen Wohnsitz in Dublin. Obdachlosigkeit prägt das Stadtbild. Durch hohe Preise und ohnehin knappen Wohnraum spitzt sich die Wohnraumfrage seit Jahren nur weiter drastisch zu. Dabei zählt Irland nominell laut Schätzungen des IWS zu den reichsten Ländern Europas und sogar der ganzen Welt – und dennoch sind die Lebenserhaltungskosten für viele speziell in der Hauptstadt überdurchschnittlich hoch. Von Dublins bis zum Regierungsviertel: Wie wird die Housing Crisis erlebt? Welche Lösungsansätze gibt es? Spielt öffentliche Daseinsvorsorge, wie etwa in Wien, überhaupt eine Rolle in der Wohnungskrise Irlands?
©Zoe Opratko
Die süditalienische Hafenstadt Taranto steht wie kaum eine andere Stadt Europas für die Schattenseiten industriellen Wohlstands. Das Stahlwerk ILVA sicherte über Jahrzehnte Arbeitsplätze und prägte die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Gleichzeitig hinterließ es Spuren in der Umwelt und in den Biografien der Menschen. Junge Bewohnerinnen und Bewohner wachsen in einem Umfeld auf, das von hohen Krebsraten, Asthmaerkrankungen und Zukunftsängsten geprägt ist. Gleichzeitig kämpft die heutige Generation für Gerechtigkeit und neue Perspektiven. Während Europa seine Industrie stärken und die grüne Transformation vorantreiben will, stellt sich also eine zentrale Frage: Wie gelingt der Wandel in Orten wie Taranto, die den Preis für Europas wirtschaftlichen Erfolg bezahlt haben?
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Katharina ging es gut in Österreich. Ein guter Job an der Uni, gute Freunde, gutes Leben - und trotzdem: 2022 zieht es sie wieder zurück in ihre Heimat, nach Nordmazedonien. Mit einem Freund eröffnet sie einen kleinen Verlag und schließlich auch einen Buchladen im Herzen der Hauptstadt Skopje. Gemeinsam übersetzen sie Hannah Arendt, finanzieren Forschung zur antifaschistischen Frauenbewegung während des Zweiten Weltkriegs und veranstalten Lesungen und Buchclubs. Welche wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Veränderungen bringen sie und andere Rückkehrerinnen und Rückkehrer in ihre Heimaten mit?
©Julia Reiter