Tag 4: Was steckt hinter den Widersprüchen?
Beim Verlassen des Hotels schlägt mir die heiße Luft der versiegelten Innenstadt mit einer Wucht entgegen, die mich sofort in den nächstgelegenen Schatten flüchten lässt. Mein heutiges Interview befindet sich fast eine Stunde nördlich meiner Unterkunft. Ich treffe mich mit dem ehemaligen Energieminister Rumäniens, dessen Amtszeit von Kontroversen hinsichtlich Energie- und Klimapolitik geprägt war. Auf dem 10-minütigen Fußweg von der Busstation bis zu seinem Büro fällt mir meine Umgebung auf. Es ist merklich grüner, als ich es bisher irgendwo sonst in Bukarest wahrgenommen habe. Die Gebäude sind tadellos instand gehalten - zweifelsohne befinde ich mich in einer sehr wohlhabenden Gegend.
Ich treffe Sebastian B urduja in seiner Parteizentrale (PNL). Die Räumlichkeiten sind angenehm und die Wände schmuckvoll ausgestattet. Ich möchte ihn vorallem deswegen Treffen da seine Amtszeit (2023-2025) von Widersprüchen und Kontroversen geprägt war.
So stellte er als Energieminister die erste rumänische Energiestrategie seit 17 Jahren vor, mit klare Zielen wie Energiesicherheit und Klimaneutralität bis 2050. Gleichzeitig positionierte er sich zunehmend gegen den Green Deal und setzte sich nationalen Kohleausstieg.