Tag 1: Dobro došli u Hrvatsku!

Mein Kameramann Alexander Zechmeister und ich starten um 8 Uhr in Wien und fahren direkt über Graz und Maribor in die kroatische Hauptstadt Zagreb. Als größte Stadt des Landes ist die 800.000 Einwohner-Metropole Wirtschafts- und Finanzzentrum Kroatiens. 1994, noch während des Krieges, wurden hier die ersten Münzen und Scheine der damals neuen kroatischen Währung Kuna (zu Deutsch “Marder”) eingeführt. Knapp 28 Jahre später verschwand die Währung auch schon wieder in den Geschichtsbüchern und musste am 1. Jänner 2023 dem Euro weichen. Erhalten bleibt der ikonische Marder der 1-Kuna-Münze aber dennoch - und ziert heute die kroatische 1-Euro-Münze.

Einreise in Kroatien

Seither stößt die Euro-Einführung in Kroatien auf ein geteiltes Echo. Die einen freuen sich darüber, für ihren Kroatien-Urlaub nicht länger Geld wechseln zu müssen. Die anderen verfolgen seit 2023 teils kräftige Preissteigerungen in ihrem Lieblingsurlaubsland. Aber was sagen Stimmen vor Ort? Dieser Frage gehen mein Kameramann und ich heute bei einem ersten Lokalaugenschein in Zagreb nach und besuchen die kroatische Tochterfirma des Amstettener Unternehmens Doka.

Der Euro als bürokratische Erleichterung

Doka-Chefin Darija Malnar ist bereits seit mehr als drei Jahrzehnten in der Baubranche tätig und leitet Doka Kroatien, mit Zuständigkeit auch für den Markt in Slowenien und Bosnien-Herzegowina. Unter ihrer Federführung wirkte die Firma bei zahlreichen Bauprojekten in ganz Kroatien mit - darunter etwa die neue Maslenica-Brücke nahe Zadar oder beim Wiederaufbau kroatischer Städte, die 2021 von dem Erdbeben südlich von Zagreb betroffen waren. Für sie war die Euro-Einführung vor allem eine bürokratische Erleichterung. Denn bereits im Vorfeld der Einführung wurde im Unternehmen in Euro gerechnet. Umgerechnet werden musste aber dennoch in Kuna - neben zusätzlichem Aufwand bedeutete das größere Kursschwankungen und auch ungünstigere Kreditzinsen.

Interview mit Darija Malnar, Direktorin von Doka Hrvatska d.o.o.

Die wirtschaftlichen Krisen der letzten Jahre sind freilich auch in Kroatien spürbar. Auch die kroatische Wirtschaft ist von Teuerungswellen und Fachkräftemangel zum Teil stark betroffen. Hinzu kommt immer stärker Konkurrenz aus dem asiatischen Markt. Die Einführung des Euro in Kroatien sieht Malnar hier aber als positiven Faktor, der Abläufe für das Unternehmen gerade in diesen Zeiten vereinfacht hat.

Made in Austria: Die Schalungen der Firma kommen aus Amstetten - und werden auf Baustellen in ganz Kroatien genutzt

Faktor Hitze

Ein nicht unwichtiger Apspekt des heutigen Tages ist die große Hitze. Während unseres Drehs zeigt das Termometer zeitweise 37 Grad Celsius an. Wegen der hohen Temperaturen setzt Doka auf hitzebedingte Kurzarbeit. Die Firmenhallen und Büros sind daher zum Zeitpunkt unseres Drehs gegen vier Uhr Nachmittag weitestgehend leer. Wir setzen daher zum Dreh weiterer Schnittbilder und möglicher Voxies auf die Abendstunden. Denn viele Menschen sind am Höhepunkt der Tageshitze nicht auf den Straßen zu sehen.

Hitzefrei bei Doka - aufgrund der hohen Temperaturen ist draußen niemand anzutreffen

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Der Euro in Kroatien