Leberkäs-Index statt Big-Mac-Index

Leberkäs-Pepi in Vilnius

Wer durch Vilnius spaziert, rechnet mit Cepelinai, Šaltibarščiai oder anderen litauischen Spezialitäten. Mit einer Leberkässemmel wohl eher nicht. Doch mitten in der litauischen Hauptstadt gibt es tatsächlich ein Stück österreichische Imbisskultur: eine Filiale von Leberkas-Pepi.

Und die Geschichte dahinter beginnt mit einer Reise nach Österreich. Die litauischen Betreiber probierten dort zum ersten Mal Leberkäse. Der erste Bissen überzeugte offenbar. „Wir mochten ihn wirklich und dachten sofort: Warum haben wir so etwas eigentlich nicht in Litauen?“, erzählen die Betreiber. So entstand die Idee, ein Stück österreichischer Esskultur nach Vilnius zu bringen.

Für die Litauer war das zunächst durchaus gewöhnungsbedürftig. Viele hatten noch nie von Leberkäse gehört und wussten entsprechend wenig damit anzufangen. Schon der Name klinge für litauische Ohren ziemlich ungewöhnlich, erzählen die Betreiber.

Beim Geschmack waren die Berührungsängste offenbar schnell überwunden. Wer einmal probiert, reagiert meistens sehr positiv. Die Betreiber selbst sind überrascht gewesen, wie gut die österreichische Spezialität von den Litauern angenommen wurde.

Ganz ohne Erklärungsbedarf kommen dagegen viele ausländische Gäste aus. Vor allem Österreicher und Deutsche sowie Menschen, die längere Zeit in diesen Ländern gelebt haben, erkennen sofort, was hinter der Theke wartet. Manche österreichische Kunden erzählen den Betreibern sogar, der Leberkäse erinnere sie an zu Hause.

Drei Sorten stehen derzeit zur Auswahl: klassischer Leberkäse, Käseleberkäse und Chili-Käseleberkäse. Serviert wird er ganz österreichisch in einer frischen Semmel. Senf und Ketchup oder Gurkerl gibt es auch dazu,

Und was kostet das Stück Heimat in Litauen? 4,90 Euro.

Damit lässt sich neben dem berühmten Big-Mac-Index beinahe ein neuer, zumindest nicht ganz wissenschaftlicher Wirtschaftsindikator erfinden: der Leberkäs-Index. Denn wer aus Österreich kommt und in Vilnius 4,90 Euro für eine Leberkässemmel bezahlt, merkt schnell: Billig ist die litauische Hauptstadt längst nicht bei allem.

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