Tag 1: 100 Digital Nomads und ihre Erfahrungen

Raus aus dem regnerischen Wien geht es für mich heute nach Lissabon. Die Stadt, in die Menschen aus der ganzen Welt kommen, um hier zu arbeiten und zu leben. Portugal ist die europäische Metropole der Digital Nomads.

Digitale Nomad:innen sind Menschen, die ortsunabhängig arbeiten: Laptop auf, Internet an, und der Arbeitsplatz ist mal ein Café in Lissabon, mal ein Coworking-Space auf Bali. Anders als klassische Auswanderer:innen binden sie sich meist nicht dauerhaft an einen Ort, sondern ziehen weiter, sobald es sie reizt.

Weltweit gibt es 2026 schätzungsweise rund 43 Millionen von ihnen, etwa 66 Länder bieten inzwischen ein eigenes Visum für Remote-Arbeitende an. Das Klischee vom Freelancer im Strandcafé stimmt dabei nur halb: Rund 61 Prozent sind fest angestellt, nur 39 Prozent arbeiten selbstständig.

Portugal hat sich früh als Ziel positioniert. Das sogenannte D8-Visum für digitale Nomad:innen startete im Oktober 2022; bis September 2025 gingen 9.322 Anträge ein, 7.664 wurden genehmigt. Wer es bekommen will, muss 2026 ein monatliches Einkommen von 3.680 Euro nachweisen – das Vierfache des portugiesischen Mindestlohns. Allein in Lissabon lebten 2023 rund 16.000 digitale Nomad:innen – bei etwa 505.000 Einwohner:innen.

Das verändert die Stadt unweigerlich. Aber auf welche Weise? Was bedeutet es für die Mietpreise, die Angebote in der Stadt, die Einheimischen? Genau das will ich in den nächsten Tagen herausfinden. Erster Schritt ist ein Digital Nomads-Treffen, wo es direkt vom Flughafen noch mit Gepäck hingeht.

Rund einhundert Digital Nomads treffen sich dort, um sich zu verknüpfen. Denn was ich bei den Gesprächen häufig höre, ist, dass viele ganz allein in die Stadt kommen. Und dementsprechend Kontakte und Anknüpfungspunkte suchen. Die Gründe, warum die Menschen nach Portugal übersiedeln ist vielfältig. Aber dazu die nächsten Tage mehr. :)

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Tag 5: Was hängen bleibt