Tag 1: Hola, Barcelona!

Gestern Abend in Spanien angekommen, startete mein erster Recherchetag heute erst einmal recht ruppig mit dem Feueralarm des Hotels, der mich aus dem Tiefschlaf riss. Wach und noch voller Adrenalin ging es für mich am Vormittag in ein Café um die Ecke, um mir einen Überblick zu verschaffen, letzte Interviewanfragen zu checken und den Plan für die Woche zu finalisieren.

Ich bin zu einer spannenden Zeit hier. Spaniens linke Regierung beschloss Anfang des Jahres ein außerordentliches Regularisierungsprogramm per königlichem Dekret, das den Aufenthaltsstatus von Hunderttausenden Migrantinnen und Migranten im Land legalisieren sollte. Nach Ablauf der Antragsfrist, die sich von April bis Juni erstreckte, gingen 1,2 Millionen Anträge ein. Doppelt so viele, wie Regierung und zivilgesellschaftliche Organisationen prognostiziert hatten. Nicht nur wegen des Dekrets wird das Thema Migration in Spanien gerade diskutiert, auch die Ceuta-Krise und die anhaltenden Proteste führen zu Diskussionen.

Ich möchte deshalb wissen: Wie läuft das Regularisierungsprogramm an, was gibt es für Herausforderungen und sind Veränderungen am Arbeitsmarkt spürbar? Aber auch, ob und wie sich das gesellschaftliche Klima rund um das Thema Migration in Spanien gerade verändert.

Dafür habe ich heute versucht, mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Mein erster Stopp war die Markthalle Mercat del Ninot, ein beliebter Ort bei Einheimischen. Dort erklärte mir der Verkäufer am Fleischstand mit Blick auf mein Mikro: „I am staying neutral in politics.“ Eine Antwort, die ich heute oft höre. Nach vielen Ablehnungen komme ich aber dann doch mit einigen Menschen auf der Straße ins Gespräch, viele von ihnen finden das Dekret prinzipiell gut. Sie erzählen mir aber von Sorgen über die Umsetzung, nennen bürokratische Herausforderungen. Nach meiner Umfrage tummelte ich mich nachmittags noch für atmosphärische Aufnahmen durch die Touristenströme auf der La Rambla, der berühmtesten Einkaufsstraße in Barcelona, bis ich schließlich wieder mit meinem Laptop im Café landete, um das morgige Interview vorzubereiten.

Markthalle “Mercat del Ninot”, beliebt bei Einheimischen

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Tag 4: Die Suche nach einer Anlage, die niemand kennt