Tag 3: Beim Bootsverleih in Pula

Der dritte Tag unserer Reise führt uns nach Pula auf die Halbinsel Istrien. Dort treffen wir heute Klaus Pitter, Geschäftsführer von Pitter Yachtcharter. Allein in Kroatien vermietet sein internationales Bootsverleih-Unternehmen 360 Schiffe.

Dass die zuletzt gestiegenen Preise in Kroatien Touristen vergraulen könnten sieht er nicht. Im Gegenteil beobachte Pitter in den letzten zwei Jahren sogar leichte Preisrückgänge in seiner Branche. Denn wenn die Preise zu stark stiegen und die Kundschaft sich abwende, seien Unternehmen auch bereit, wieder für attraktivere Preise zu sorgen, so Pitter.

Dreh auf einem der vielen Boote von Pitter Yachtcharter

“Kroatien ist nicht mehr Jugoslawien”

Dass die Preise in den letzten Jahren gestiegen sind, sei Fakt. Aber hier gebe es einen Denkfehler, so Pitter. Denn insbesondere österreichische und deutsche Touristen würden Kroatien weiterhin mit Jugoslawien und dessen Preisniveau verwechseln. Das heutige Kroatien sei aber mittlerweile ein modernes europäisches Land mit entsprechender Preisbildung, so Pitter. Der Bootsverleih-Unternehmer hatte diese Entwicklungen der letzten 40 Jahre miterlebt - bereits in den 1980er Jahren war er Skipper an der damals noch jugoslawischen Küste.

Die Preisentwicklung gehe aber nicht allein nach oben. Stattdessen pendle sie sich ein: Nachdem ein jahrelanger Boom seit 2020 mit massiver Nachfrage nach Booten an der kroatischen Küste für steigende Preise gesorgt hatte, sei jetzt der Markt übersättigt. Erste Betriebe würden wieder schließen müssen, zugleich würden andere für bessere Preise sorgen. Dass es auch schwarze Schafe gibt, die die Euro-Einführung auch genutzt hätten, um sich ein Körberlgeld zu verdienen, schließt Pitter nicht aus - Betriebe mit dauerhaft überhöhten Preisen seien aber nicht lange konkurrenzfähig, ist er überzeugt.

Bootsverleih-Unternehmer Klaus Pitter im Interview

Der Euro spart Kosten

Der Euro-Einführung von 2023 steht Pitter klar positiv gegenüber. Denn die frühere Währung Kuna hatte für sein Unternehmen mit Sitz in Österreich zur Folge, dass ständig umgerechnet werden musste und Wechselspesen anfielen. Allein in einem halben Jahr spare sein Unternehmen damit mehrere zehntausend Euro.

Blick auf das fast 2.000 Jahre alte Amphitheater von Pula

Im Anschluss folgt ein Dreh in Pulas Altstadt. Dabei holen mein Kameramann und ich weitere Voxies ein, die ebenfalls erhöhte Preise in Kroatien feststellen - viele wollen es sich aber auch leisten. Denn Kroatien bleibe ein schönes Reiseziel.


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