Tag 4: Die euroisierte Wirtschaft
Der vierte Tag unserer Reise führt uns zurück nach Zagreb, wo wir unser Thema diesmal aus der Perspektive der Banken beleuchten wollen. Wir treffen dazu heute Renata Maurer Nikolić. Sie ist Vorstandsmitglied der BKS Bank und zuständig für die Vetriebsdirektionen in Slowenien, Kroatien und der Slowakei.
Im Gespräch mit Renata Maurer Nikolić, Vorstandsmitglied der BKS Bank
Mit der Übernahme der Kvarner Banka ist die BKS Bank bereits 2006 in den kroatischen Markt eingestiegen. 2016 wurde die kroatische Filiale endgültig mit dem österreichischen Mutterkonzern fusioniert. Entsprechend lief ein großer Teil des Geschäfts für die Bank prinzipiell in Euro - ständiges Umrechnen von Euro in Kuna war in Kroatien dadurch erforderlich und zog Wechselkursgebühren nach sich. Hinzu kam das Währungsrisiko, also der Umstand, dass höhere Wechselkursschwankungen beim Kuna sich beim Umtausch nachteilig auswirken konnten.
Maurer Nikolić zufolge hat sich die Euro-Einführung im Gesamten positiv ausgewirkt. Das Investitionsklima wurde in Kroatien attraktiver, Geldflüsse durch die Nutzung der gemeinsamen Währung transparenter. Doch nicht nur die Erleichterungen spielten eine Rolle - denn der Euro war ohnehin längst die dominierende Währung in Kroatien.
Das Interview führen wir heute an einem der Standorte der BKS Bank in Zagreb
Kroatien war schon davor ein Euro-Land
Bereits vor der Euro-Einführung in Kroatien 2013 hatte ein großer Teil der Kroaten die Ersparnisse in Euro angelegt. Entsprechend positiv war das Feedback nach der Euro-Einführung. Und auch die Umstellung lief dadurch weitgehend reibungslos ab. Die steigenden Preise der letzten Jahre führt Maurer Nikolić größtenteils auf die Wirtschaftskrisen und globalen Lieferengpässe der letzten Jahre zurück. Die Preise seien seither überall in Europa gestiegen. Wie günstig oder teuer die Reise in Kroatien werde, hänge letztendlich auch davon ab, in welcher Region man seinen Urlaub plane.
Letzter Tag in Kroatien
Mit diesem Interview endet auch unsere Arbeit in Kroatien selbst, der restliche Tag wird in die Rückreise investiert. Morgen Freitag folgt die Einordnung des Themas durch einen Ökonomen. Mehr sei an dieser Stelle aber nicht verraten.