Tag 5: Ein würdiger Abschluss

Wir sind mittlerweile wieder zurück in Wien und gehen heute zur letzten Etappe unseres Drehs über. Mein Kameramann Alexander Zechmeister und ich treffen uns in der Rahlgasse vor dem Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw). Dort interviewen wir heute Institutsdirektor Mario Holzner.

Im Gespräch mit Mario Holzner, Direktor des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche

Kroatien war nie unabhängig vom Euro

Gleich zu Beginn des Gesprächs stellt der Ökonom klar - Kroatien war nie unabhängig vom Euro. Denn der Wechselkurs des Kuna war immer fix an den Euro geknüpft. Rückblickend blieb das Währungsrisiko des Kuna damit aber auch reine Theorie, da sich die kroatische Politik selbst in härtesten Krisenjahren nie dazu durchgerungen hatte, den Kuna abzuwerten und zu einem weicheren Wechselkurs überzugehen. Der Nachteil dieses Kurses waren zeitweise hohe Arbeitslosenzahlen. Durch die faktisch hohe Bedeutung des Euros in der kroatischen Wirtschaft hatte der Kuna eigentlich nur noch den Status von Kleingeld, das man für das Wirtshaus mithatte, so Holzner.

Es wird teurer - aber auch besser

Dass Kroatien sich preislich an westeuropäische Wirtschaften annähere sei Fakt - angetrieben sei dieser Preissprung aber durch die hohe Nachfrage nach Urlaub in Kroatien. Denn mit Blick auf die instabilere Weltlage und teureren Kerosinpreisen, reisen immer mehr Menschen aus wohlhabenden Ländern in Mittel- und Westeuropa mit dem Auto dorthin. Zugleich ist aber auch das Wohlstandsniveau in dem Land stark gestiegen und die Infrastruktur wurde erheblich verbessert. Mit einem Wirtschaftswachstum von mehr als 3 Prozent des BIP pro Jahr entwickle sich die kroatische Wirtschaft aktuell besser, als der EU-Schnitt - ganz zu schweigen von Österreich. Dort wuchs die Wirtschaft erst vergangenes Jahr wieder, und zwar um 0,6 Prozent.

Mit der Euro-Einführung hat Kroatien nun eine Stimme bei der zweitwichtigsten Währung der Welt, so Holzner

Der Beitrag geht in die finale Phase

Mit allen Interviews im Kasten und allen recherchertien Daten gehe ich heute in die Finalisierung des Beitrags über. Heute wird schon einmal ein erster Entwurf der achtminütigen Langfassung geschnitten, die kommenden Dienstag auf ServusTV On veröffentlicht werden soll. Eine zweiminütige Kurzfassung davon wird voraussichtlich auch im linearen Fernsehen in den Servus Nachrichten zu sehen sein.

Weiter
Weiter

Tag 4: Die euroisierte Wirtschaft