Tag 5: In der alten Eisenhütte

Mein letzter Tag im Ruhrpott war historisch geprägt. Nachdem ich in den letzten Tagen so viel über die Stahlbranche und den bevorstehenden und notwendigen Strukturwandel gelernt habe, wollte ich nämlich noch wissen: Wie kam es eigentlich dazu, dass Duisburg zum größten Stahlstandort Europas wurde?

Antworten darauf konnte mir Michael Farrenkopf geben. Er ist Leiter des montanhistorischen Dokumentationszentrums am Bergbaumuseum in Bochum. Dort setzt er sich zwar Großteils mit der Geschichte des Steinkohle-Abbaus im Ruhrgebiet auseinander, aber die ist stark verwoben mit der Stahlindustrie in Duisburg. Denn Steinkohle war für die Stahlproduktion lange unverzichtbar. Um das Eisen im Hochofen so stark zu erhitzen, damit es bearbeitbar ist und zu Stahl verarbeitet werden kann, braucht man Koks. Damit ist nicht die Droge Kokain gemeint, sondern der Brennstoff, der aus Steinkohle gewonnen wird.

Weil man für die Stahlproduktion Unmengen an Steinkohle benötigte, lautete der Leitspruch lange: „Das Erz kommt zur Kohle“. Und Kohle gab es im Ruhrgebiet zur Genüge. Duisburg liegt außerdem am Zusammenfluss von Rhein und Ruhr und stellt damit einen idealen Handelsknotenpunkt von Norden, Süden und Osten dar. All das machte den Hafen von Duisburg auch zum größten Binnenhafen der Welt.

Der Duisburger Binnenhafen.

Nach meinem Gespräch mit Michael Farrenkopf besuchte ich dann noch den Landschaftspark Duisburg-Nord. Das 180 Hektar große Areal beinhaltet das stillgelegte Hüttenwerk Duisburg-Meiderich. Ein Hüttenwerk, in dem Fall eine Eisenhütte, ist eine Industrieanlage, in der aus Eisenerz Eisen und Stahl gewonnen wird.

Die Eisenhütte in Duisburg-Meiderich.

Das Hüttenwerk Duisburg-Meiderich wurde bereits 1985 wegen Überkapazitäten ab europäischen Stahlmarkt stillgelegt. Hochofen 5 ist mittlerweile eine Aussichtsplattform. Von dort kann man weiter im Norden sogar das Kohlekraftwerk in Walsum sehen. Spätestens in 12 Jahren muss das auch stillgelegt sein.

Von hier sieht man in der Ferne das Kohlekraftwerk in Duisburg-Walsum.

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Tag 5: Es geht in alle Richtungen - doch der Trend ist klar