Tag 3: Zurückkehren in ein neues Land

Katerina in ihrem Buchladen in Skopje

Die Ilka-Buchhandlung liegt ganz in der Nähe zum Zentrum Skopjes. Hier ist aber von den Prachtbauten im Zentrum nichts mehr zu sehen. Stattdessen: brutalistische Wohnhäuser aus der Zeit Jugoslawiens. Mitten in einem dieser Blocks befindet sich die kleine Buchhandlung mit eigenem Verlag. Dafür ist Katerina vor vier Jahren zurückgekehrt - mit einem Kollegen will sie antifaschistische Arbeit machen, sie begreift sich als Kulturvermittlerin, organisiert Literaturfestivals, übersetzt Bücher ins mazedonische und bietet einen Ort und eine Plattform für linke Organisationen. Doch die haben es in der aktuellen politischen Lage nicht leicht - der Rechtsruck macht auch vor Nordmazedonien nicht halt. 

Lange dachte Katerina, dass sie für immer in Deutschland bleiben würde. Als sie zum Studieren nach Bamberg kam, als sie promovierte - sie lebte sich in Deutschland ein. Doch als ihr Bamberg zu klein wird, eröffnet sich auf einmal die Möglichkeit dieses kleinen Buchladens in Skopje - und sie kehrt zurück. Sie erzählt, dass sie in Deutschland oft nach ihrem „Lebensplan“ gefragt wurde. Sie muss lachen, weil dieses Wort gibt es hier nicht. Es war eine spontane Entscheidung, die sie nicht bereut. Was aber auch nicht bedeutet, dass sie nicht irgendwann auch wieder nach Deutschland geht. 

Ich spreche lange mit Katerina und ihre Gedanken und Entscheidungen sind wahnsinnig relatable - ein Leben zwischen Nordmazedonien und Deutschland ist möglich.

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