Im EU-Parlament mit Lena Schilling: Ein Gespräch über Hass im Netz und Digitale Gewalt gegen Frauen
Guten Morgen, Brüssel! Guten Morgen, EU-Bubble! Mein zweiter Recherchetag startete schon früh morgens mit den letzten Vorbereitungen für mein Interview mit Lena Schilling, der jüngsten Europaabgeordneten im EU-Parlament. Kurz vor 9 Uhr hieß es dann: Laptop, Mikro und Reisepass packen und los ging's in Richtung Place du Luxembourg, auch liebevoll „Plux“ genannt. Unmittelbar daneben befindet sich das Hauptgebäude des Europäischen Parlaments „Altiero Spinelli“.
Der EU-Parlament-Eingang “Altiero Spinelli”
Im Accreditation Centre neben dem Haupteingang des Parlaments akkreditierte ich mich mit meinem Reisepass an einem automatischen Schalter selbst. Anschließend wurde ich von Schillings Pressesprecherin am Eingang abgeholt. Dann ging es durch die Sicherheitskontrolle und in den dritten Stock, der fast alle Parlamentsgebäude miteinander verbindet. Es war zu spüren, dass nach der Sommerpause im August nun langsam wieder Leben ins Parlament zurückkehrt. Männer in Anzügen und Frauen in hohen Schuhen – die meisten von ihnen vermutlich Abgeordnete und ihre Assistent:innen – wuselten über den grauen Teppichboden. Auch Schillings Pressesprecherin und ich hatten es eilig, und wir bewegten uns schnurstracks in Richtung Aufzüge. Im sechsten Stock angekommen, gingen wir einen grauen Gang entlang, in dem sich die Büros der verschiedenen Abgeordneten der Grünen-Fraktion befinden. Hier wurde ich von Lena Schilling herzlich in Empfang genommen und unser Gespräch konnte in ihrem kleinen Büro losgehen.
Im Büro von Lena Schilling
Wir unterhielten uns über ihre Erfahrungen als junge Frau und Politikerin, darüber, wie sie damit umgeht, wenn sie weniger ernst genommen wird als ihre älteren männlichen Kollegen, wie ihr gelingt, Raum einzunehmen, wie sie mit Hass im Netz umgeht und warum sie der Meinung ist, dass der AI Act beim Schutz von Frauen vor Diskriminierung, Gender Bias und Hate Speech nicht weit genug geht. Am Ende des Interviews nahmen wir auch noch ein paar Videostatements auf. Ich muss sagen: Diese Frau ist Medienprofi durch und durch.
Anschließend habe ich es mir im Pressezentrum des EU-Parlaments gemütlich gemacht. Dort gibt es einige Arbeitsplätze für Journalist:innen. Hier habe ich noch ein paar Interviewtermine bestätigt und die letzten Vorbereitungen für die folgenden Tage getroffen. Am frühen Abend habe ich das Parlament dann wieder verlassen und die letzten Sonnenstrahlen sowie die lebendige Stimmung auf dem wöchentlichen Dienstagmarkt bei Plux genossen. Morgen stehen zwei Interviews auf dem Programm, auf die ich schon sehr gespannt bin! Byeee!
Pressecenter des EU-Parlaments