Tag 4: Vorsichtiger Optimismus
Im Garten des Black Duck Café. Foto: Sheima Lababidi
Mitten in Downtown Athen, in der Ioannou Paparrigopoulou Street, liegt eine kleine grüne Oase. In einem kühlen Innenhof stehen unter Bäumen und zwischen Pflanzen die Tische eines versteckten Kaffeehauses. Über uns zwitschern Vögel.
Um 11 Uhr treffe ich hier Eugenia Vella, Ökonomin und Assistant Professorin an der Athens University of Economics and Business. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich unter anderem mit Migration und hat sich intensiv mit der Abwanderung während der griechischen Wirtschaftskrise auseinandergesetzt. Ein Thema, das sie nicht nur aus wissenschaftlicher Perspektive kennt: Auch Vella selbst verließ Griechenland während der Krisenjahre und ging ins Ausland.
Bei Kaffee und Vogelgezwitscher sprechen wir darüber, wie sehr sich Griechenland seit den Krisenjahren verändert hat. Vella sieht durchaus Gründe für Optimismus – warnt aber davor, aus besseren Wirtschaftszahlen vorschnell zu schließen, dass sich auch die Perspektiven einer ganzen Generation grundlegend verändert haben.
Später lande ich auf der Ermou Street, mitten im Athener Nachmittagsgewusel. Zwischen Straßenmusik, vollen Geschäften und vorbeiziehenden Menschen treffe ich zwei Studentinnen. Hier treffe ich zwei Studentinnen und frage sie, wie sie auf ihre beruflichen Möglichkeiten blicken. Was macht es schwierig, sich hier ein eigenes Leben aufzubauen? Und wenn Ökonominnen und Ökonomen von der Erholung Griechenlands sprechen – erkennen sie diese Erholung in ihrem eigenen Alltag wieder?