Tag 3: Heute wird es wirtschaftlich

Auf dem Campus der Athens University of Economics and Business (AUEB). Foto: Sheima Lababidi

Der dritte Tag meiner Recherche beginnt früh. Ich frühstücke im Hotel und es geht direkt zur U-Bahn. Mein erstes Ziel: die Athens University of Economics and Business, kurz AUEB.

Um 10 Uhr bin ich dort mit Ioannis Kospentaris, Assistant Professor für Makroökonomie, verabredet. Nach den vielen spontanen Begegnungen der vergangenen Tage steht heute mein erstes ausführliches Expertengespräch an.

Besonders interessiert mich diesmal der Arbeitsmarkt: Warum hat Griechenland trotz stark gesunkener Arbeitslosigkeit noch immer Probleme, junge Menschen nach ihrem Abschluss in Beschäftigung zu bringen? Und was passiert mit einer Volkswirtschaft, wenn über Jahre hinweg ein Teil ihrer gut ausgebildeten Arbeitskräfte das Land verlässt?

Nach unserem Gespräch bleibe ich noch an der AUEB. Die Pressestelle nimmt mich mit auf eine kleine Tour durch die Universität und zeigt mir den Campus. Ende August ist es hier noch ruhig – der reguläre Lehrbetrieb hat noch nicht begonnen. Ich treffe nur vereinzelt auf Studierende, die sich in der Bibliothek auf ihre Prüfungen im September vorbereiten.

Nach dem Vormittag an der Universität geht es zurück ins Athener Zentrum. Nach einer kurzen Mittagspause steht schon der zweite Termin des Tages an: Bei Evercurious, einem Athener Venture-Capital-Fonds, der in junge Technologieunternehmen investiert, treffe ich George Georgiadis.

Mit George Georgiadis, Founding Partner von Evercurious, nach unserem Gespräch in Athen. Foto: Sheima Lababidi

Seine Perspektive interessiert mich gleich aus zwei Gründen: Zum einen beschäftigt er sich beruflich mit der griechischen und europäischen Start-up-Szene. Zum anderen kennt er die Frage nach Gehen und Zurückkommen aus eigener Erfahrung. Nach mehreren Jahren beruflicher Laufbahn in Deutschland bei Volkswagen entschied er sich, nach Griechenland zurückzukehren.

Mit ihm spreche ich darüber, warum er Griechenland ursprünglich verlassen hat, was ihn schließlich zur Rückkehr bewegt hat und welches Griechenland er vorgefunden hat, als er wiederkam, aber auch darüber, welche beruflichen Möglichkeiten die wachsende Start-up-Szene heute bietet.

Fürs Erste wandert unser Gespräch aber zurück aufs Aufnahmegerät. Mehr davon gibt es dann in meiner fertigen Radioreportage zu hören.

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