Tag 4: Auf neuen Recherchewegen

Den vierten Tag starte ich damit, die Stadt zu erkunden und auf den Spuren des ESC durch Sofia zu wandern. Vor dem Nationalen Kulturpalast liegt ein großer Platz mit Wasserspielen – hier hätte es ein EuroVillage gegeben, wie in diesem Jahr am Wiener Rathausplatz.

Vor dem Kulturpalast in Sofia spürt man die Größe der Haupstadt.

Auf meinem Weg durch Sofia merke ich schnell den Unterschied zu Burgas. Die Hauptstadt ist natürlich größer und dadurch ist hier viel mehr los. Sehenswürdigkeiten aus den unterschiedlichsten Epochen machen die jahrtausendealte Geschichte der Stadt überall sichtbar.

Überhaupt wäre ein Song Contest in Sofia ein echtes Großstadtevent wie in Wien gewesen. Burgas hat nicht einmal ein Fünftel so viele Einwohner und ist daher eher mit den vorherigen ESCs in Basel oder Malmö vergleichbar.

An verschiedenen Sehenswürdigkeiten vorbei schlendere ich zum Sitz des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders BNT. Hier war eigentlich auch noch ein Interview geplant, das nun nach meiner Reise stattfinden soll – apropos flexibel bleiben.

Danach gehe ich ins Ethnografische Museum, um in die Kulturgeschichte Bulgariens einzutauchen. Das liegt passenderweise direkt am Knyaz-Aleksandar-Platz, wo DARA im Mai nach ihrer Rückkehr aus Wien mit einer riesigen Party empfangen wurde.

Im Ethnografischen Museum entdecke ich die Geschichte der bulgarischen Musik.

Ein schöner Fun Fact aus dem Museum: Als frühe bulgarische Ethnografen Volkslieder mit dem Phonographen aufzeichnen wollten, fürchteten manche Sänger, das Gerät könne ihnen ihre Stimme stehlen. Deshalb gaben ihnen die Forscher anschließend die bei der Aufnahme entstandenen Späne – symbolisch bekamen sie so ihre Stimme zurück.

Am Nachmittag treffe ich noch einen Journalisten von der „Association of European Journalists“. Er beschreibt sich selbst nicht als ESC-Experte, kann mir aber die Sicht eines bulgarischen Journalisten liefern. Ich erhalte wertvolle Einblicke in die bulgarische Medienlandschaft und ihr Verhältnis zu Politik und Gesellschaft. Außerdem nehme ich aus dem Gespräch neue Rechercheansätze und mögliche Kontakte mit, die ich am Abend gleich weiterverfolgen kann.

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Tag 3: Von Arena zu Arena