Tag 5: The Grand Final

An meinem letzten Morgen in Sofia schlendere ich nochmals durch die Stadt. Mitten im Zentrum liegt die Station „Serdica“, benannt nach dem antiken Namen Sofias. Rundherum treffen jahrtausendealte Ruinen auf U-Bahn, Straßenverkehr und Regierungsgebäude.

“Serdica” ist der zentrale Ort in der Stadt, wo Antike auf Neuzeit trifft.

Ich frage mich, ob auch diese lange Geschichte und die verschiedenen Seiten Bulgariens beim Song Contest in Burgas Thema sein werden. Bevor ich abreise, wartet aber noch ein letztes Gespräch auf mich.

Valentin arbeitet für den größten bulgarischen ESC-Blog und spricht mit mir über viele der Fragen, die mich nach den vergangenen Tagen noch beschäftigen: das Event, die Medienbranche und die Erwartungen der Fans. Er erzählt mir, wie er den Sieg von DARA im Mai live in Wien erlebte und was er sich von Burgas erhofft.

Es geht aber auch um die LGBTQIA+-Community im Land und um die Medienlandschaft mit einem kleinen öffentlich-rechtlichen Fernsehen und viel größeren Privatsendern. Mit ihm bespreche ich auch einige Themen weiter, die ich aus dem Gespräch von Tag 4 mitgebracht habe.

Mit Valentin vom ESC-Blog “Eurovision Bulgaria” bespreche ich die Fan-Perspektive.

Im Anschluss mache ich mich auf den Weg zurück nach Wien – dorthin, wo diese Geschichte im Mai ihren Anfang nahm. DARAs Sieg hatte mich damals fast überrascht. Wie mir Valentin erzählt, hatten selbst viele bulgarische Fans nicht damit gerechnet.

Ich kehre zurück mit vielen neuen Erkenntnissen und Eindrücken: In Burgas und Sofia habe ich Vorfreude erlebt und viel über Hoffnungen gesprochen. Die vergleichsweise frühe Recherche hat mir aber auch gezeigt, dass viele Fragen noch offen sind. Vor allem, was vom ESC langfristig für Burgas und Bulgarien bleiben wird, lässt sich heute noch kaum beantworten.

Zurück in Wien werde ich die vielen gesammelten Puzzleteile zusammensetzen und sicherlich auch die ein oder andere Rückfrage stellen. Was sich nicht am Schreibtisch recherchieren lässt, nehme ich aber schon mit nach Hause: die Emotionen, die Erkenntnisse aus persönlichen Gesprächen und meinen eigenen Eindruck von den beiden Städten.

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Tag 4: Auf neuen Recherchewegen