TAG 4 - Verbotene Befruchtung

Was sagt eine Anwältin zu Fruchtbarkeitsbehandlungen? Ich bitte die Juristin Barbora Steinlauf um ein Gespräch. Sie vertritt mitunter die Rechte von Patientinnen und Patienten gegenüber Krankenkassen und Kliniken. Ob beim Social Egg Freezing oder anderen Behandlungen: Kinderwunschkliniken sind laut Steinlauf gesetzlich dazu verpflichtet, von Patientinnen und Patienten "informed consent" (informierte Zustimmung) einzuholen. Demnach genügt es nicht, Kundinnen und Kunden einen Stapel Papiere über mögliche Risiken vorzulegen. Vielmehr müsse es einen Dialog zwischen medizinischem Personal und Patientinnen und Patienten geben.

Bei den Behandlungsoptionen stehen aber nicht allen die gleichen Türen offen. Wie auch in Österreich ist in Tschechien alleinstehenden Frauen die In-Vitro-Fertilisation (IVF) untersagt. Ein umstrittener Gesetzesentwurf soll das nun ändern. Die Debatte darüber erlebt Steinlova aus erster Hand mit. Denn sie ist Mitglied der Ethikkommission des Gesundheitsministeriums und des Regierungsrats für Menschenrechte.

Unter den Befürwortern befänden sich Juristen und NGOs. Sie bezeichnen das Verbot als Diskriminierung, schildert die Anwältin. Andererseits stoße der Entwurf auf viel Gegenwind von Gruppen, die assistierte Reproduktion grundsätzlich ablehnen. Das zweite Lager sei mit der Ernennung von Premierminister Andrej Babis gewachsen. Dabei unterstützt Babis selbst die Gesetzesänderungnderung, die Singles IVF erlauben soll.

Bei einer anschließenden Onlinerecherche stoße ich auf einen potenziellen Interessenkonflikt: Mit seiner Unterstützung des Gesetzesentwurfs gerät Babis zunehmend selbst ins Kreuzfeuer der Debatte. Denn er soll selbst einen geschäftlichen Anteil an mehreren Kinderwunschkliniken im Land haben.

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TAG 5 - Zeit für Umwege

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Tag 5: Der Schatten des Krieges